Ansturm auf Wohnmobilstellplätze: Warum verbieten keine Lösung ist



Pure Freiheit und die Möglichkeit unterwegs überall zu übernachten, wo es uns gefällt.


Dieser Wunsch war der Ursprung für unseren Camper Ausbau Projekt und den Plan damit die Schweiz und Europa zu entdecken. Sobald der Sprinter fertig ist, ist erst mal eine Tour durch die Schweiz geplant.


Dass wir mit diesen Plänen nicht die Einzigen sind, wissen wir bereits. Im Jahr 2020 stieg die Anzahl der neu zugelassenen Camper in der Schweiz auf rund 6000 an. Eine Steigerung von 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr! Dies führt natürlich zu einer erhöhten Nachfrage auf den Campingplätzen, viele suchen aber auch die Ruhe fernab der klassischen Angebote. Und so entsteht das eigentliche Problem nicht auf den offiziellen Campingplätzen, sondern vor allem ausserhalb, auf den sogenannten Stellplätzen. Während die Übernachtung auf Campingplätzen meist eine komfortable Infrastruktur mit sanitären Anlagen, Restaurants usw. bietet, stehen Stellplätze für Flexibilität, Freiheit und direkter Nähe zur Natur. Hier gibt es keine Mindestübernachtungsdauer oder lange Reservationsfristen im Voraus.


Klingt genau nach unserem Geschmack, doch leider gibt es gerade in der Schweiz viel zu wenige solcher Stellplätze. Die meisten geeigneten Flächen gehören privaten Anwohnern oder den Gemeinden, welche aus Angst vor einem Camper-Ansturm mit Lärmbelästigungen und Abfallbergen die schönsten Stellplätze mit Verbotsschildern zu pflastern. Dabei wäre gerade der Wohnmobiltourismus, eine der am stärksten wachsenden Tourismus Sparten, eine lukrative Einnahmequelle für die Gemeinden, das lokale Gewerbe und die Anwohner. Trotzdem tun sich viele touristische Regionen schwer mit dem “Wildcamper-Problem”, es fehlt die passende Lösung für beide Seiten.


Für uns als Camper ist die Suche nach einem passenden Stellplatz in der Natur dank diverser Apps wie iOverlander oder park4night zunächst einfacher geworden. Das Problem mit den digitalen Stellplatzratgebern: Die schönen Plätze werden schnell bekannt und beliebt und sind schon bald keine Geheimtipps mehr. Eine Möglichkeit, die Verfügbarkeit zu checken? Gibt es nicht. Das Ergebnis: Die schönen Plätze sind schnell überlaufen, Anwohner und Gemeinde oftmals verärgert über die negativen Auswirkungen. Durch die fehlende Wertschöpfung für die Seite des Gastgebers kommt es, wie es kommen muss und das nächste Verbotsschild an einem bisher noch legalen Stellplatz ist nur eine Frage der Zeit. Für uns fehlt hier ein einfaches Zahlungssystem, welches eine faire Bezahlung für die Übernachtung erlaubt und eine Win-Win Situation für Camper und Anbieter ermöglicht. Über die Integration der Kurtaxe im Übernachtungspreis könnten auch die Gemeinden direkt profitieren.


Zur Lösung des Problems braucht es also nicht unbedingt mehr Stellplätze, sondern vor allem ein System, dass die Nutzung bereits vorhandenen Flächen möglich macht, indem es Anreize für alle Beteiligten setzt. Eine innovative Plattform, welche die Vorteile für Gemeinden, Stellplatzbesitzer und Camper vereint und die Kommunikation erleichtert.

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