Angebote schaffen, anstatt Camper wegzuschicken: Gemeinde Avers (GR) nutzt Parkn'Sleep

Aktualisiert: Sept 21




Aus dem Bericht von Tele- und Radio Südostschweiz


Die Gemeinde Avers in Graubünden nutzt seit 2 Monaten «Parkn’Sleep» für die Bewirtschaftung von Camper Stellplätzen. Begonnen hat die Geschichte im Gemeindevorstand Avers, wo händeringend nach einer Lösung für die zunehmende Anzahl Wildcamper gesucht wurde. «Die Menschen haben einfach überall campiert. Es gab ja auch kein eigentliches Verbot», sagt Kurt Patzen, Gemeindepräsident von Avers, zu Radio Südostschweiz. Robert Garbade, Mitglied des Gemeindevorstands, pflichtet ihm bei: «Einige Camper haben sich einfach irgendwo in der Natur erleichtert. Als dann im Frühling der Schnee schmolz, wurde das Ausmass sichtbar. Fäkalien auf Kuhweiden sind problematisch.»


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Angebote schaffen, anstatt Leute wegzuschicken

Grundsätzlich gehörte das Campen bis vor Kurzem nicht zum Tourismuskonzept der Gemeinde Avers. Aber: «Die Camper wurden immer mehr. Die Gäste einfach wegzuschicken, kam für uns nicht infrage. Im Gegenteil. Wir wollten ein Angebot für die Camper schaffen.» Hier kommt das Luzerner Start-up Parkn’Sleep ins Spiel. Zusammen mit dem Mobilitätsklub TCS und der Fachhochschule Graubünden lancierte das Start-up im Sommer eine App, mit der die Camper digital ein- und auschecken können. Ohne jegliche Voranmeldung.

«Mit der App wollen wir weg von Verbotstafeln und hin zu offiziellen Plätzen für Camper», so Dany Gschwind, Verkaufsleiter des Start-ups. «Wir sind im Unternehmen alles eingefleischte Camper. Und auch wir merkten, dass das Wildcampieren während der Pandemie immer mehr zunahm.» Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Avers habe hervorragend geklappt, bestätigt Gschwind. Und auch Gemeindepräsident Patzen ist zufrieden: «Bisher waren die Erfahrungen überraschend gut. Wir arbeiten seit rund zwei Monaten mit der App, seither haben rund 100 Personen so campiert. Das sehe ich als Erfolg.»




Übernachten mit wenigen Klicks

Die Nutzung der App ist einfach, auch für Personen ohne digitale Vorkenntnisse, verspricht Gschwind. «Wir haben eine Tafel, die wir den Gemeinden und Stellplatzbetreibern zur Verfügung stellen. Dort drauf ist ein QR-Code. Über diesen QR-Code können die Gäste ein- und auschecken. Wir können bei jedem Stellplatz individuelle Gebühren wie zum Beispiel die Kurtaxen einfliessen lassen.»


Trotz des Erfolgs möchte die Gemeinde Avers aber nicht noch mehr Campingplätze zur Verfügung stellen. «Eher bauen wir die bestehenden vier Plätze aus, markieren sie besser und passen sie noch mehr den Bedürfnissen unserer Gäste an», so Garbade.


Inhalte publiziert von Südostschweiz. Kuratiert von parknsleep

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